Der Sommer hält Einzug und mit ihm entfaltet die Natur ihre ganze Pracht und bietet uns reichlich von ihren Schätzen dar. Zu Beginn sind es die vielfältigsten Blüten, später im Jahr folgen dann die Früchte. Eine der Pflanzen, bei denen auch schon die Blüten für vielfältige Leckereien hergenommen werden können, ist der Holunderstrauch.

Holunder, Holler, Holder

Seit dem Altertum als Heilmittel geschätzt, mit wohlschmeckenden Blüten und Früchten, das Holz für Kinderspiele und früher als Werkzeug – so vielfältig ist der Holunderstrauch. Um ihn ranken sich viele Geschichten, die von seiner Kraft als Blitzschutz, als Maßstab für Leben und Tod und als Tor zur Anderwelt erzählen. So wundert es nicht, dass uns der Holunderstrauch noch heute überall begegnet und sowohl als Bereicherung unseres Speise- und Trinkplans als auch in der Naturapotheke viel zu bieten hat. Lat. sambucus nigra ist der schwarze Holunder bei uns am weitesten verbreitet. Während die Blätter und die unreifen Früchte leicht giftig sind, lassen sich Blüten und reife Beeren vielfältig verwenden.

Im Frühsommer sind es die großen weißen Blütendolden, die als erstes unseren Speise- und Trinkplan bereichern. Sie überzeugen nicht nur durch Duft und Geschmack, sie enthalten zudem Flavonoide, ätherische Öle und Gerbstoffe, Inhaltsstoffe, die bei mancherlei Erkrankung wirksam sind. Sehr gut entfaltet sich die Heilwirkung in einem frisch aufgebrühten Holundertee.

Holunderblüten-Tee im Sommer

Obwohl Tee bei sommerlichen Temperaturen nicht der erste Gedanke sein wird, wenn man an Holunderblüten denkt, kann gerade er besonders erfrischend und abkühlend wirken.

Steigen die Temperaturen, heißt es trinken, trinken, trinken. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist Voraussetzung für das Funktionieren des menschlichen Organismus, denn Wasser ist Hauptbestandteil aller Zellen und Körperflüssigkeiten. Es dient als Lösungs-, Transport- und Kühlmittel. Es ist Reaktionspartner bei chemischen Reaktionen im Körper, ist Voraussetzung für in diesem ablaufende Metabolisierungsprozesse und lässt unsere Ausscheidungsorgane optimal arbeiten.

Ausreichend Trinken im Sommer

Schon nach wenigen Tagen kann ein Flüssigkeitsmangel zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Das Blut dickt ein, wir fühlen uns schwach, es überkommt uns Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit. Mit anhaltendem Wassermangel ist unser Körper nicht mehr in der Lage, harnpflichtige Substanzen ausreichend auszuscheiden. Nieren- und Kreislaufversagen können die Folge sein. Stress, ein im Alter nachlassendes Durstgefühl und schlechte Trinkgewohnheiten sind oft der Grund, warum unserem Körper Flüssigkeit fehlt. Verspüren wir Durst, weist dieser bereits auf einen Flüssigkeitsmangel hin. Eine erhöhte Proteinzufuhr, Schwitzen, Fieber, körperliche Aktivität, trockene Luft sowie hohe Außentemperaturen sind Faktoren, die zu einem gesteigerten Flüssigkeitsbedarf führen.

Um einer Dehydratation vorzubeugen, muss dieser durch ausreichendes Trinken gedeckt werden. Mundtrockenheit, steigende Körpertemperatur, Kopfschmerzen oder schlaffe Haut sowie nachlassende Konzentration und eine träge Verdauung sind Anzeichen eines Flüssigkeitsmangels. Hiervor schützt eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von ca. 2,7 Litern. Der größte Teil, ca. 1,5 bis 2 Liter, sollte über Getränke und die restliche Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Im Sommer kann diese Menge schnell ansteigen. Optimalerweise wird die Flüssigkeitsmenge in kleinen Portionen über den Tag verteilt zugeführt.

Warme Temperaturen – warme Getränke?

Wollen wir bei hohen Temperaturen instinktiv zum eisgekühlten Getränk greifen, kann gerade bei hohen Temperaturen ein warmes Getränk die richtige Wahl sein. Der erste Schluck am Morgen darf gerne ein Glas Wasser vor dem Frühstück sein – oft werden mit diesem Medikamente eingenommen, und hier ist Leitungswasser das optimale Lösungsmittel, weil davon keine Wechselwirkungen zu erwarten sind.

Deckt man den restlichen Tag über seinen Flüssigkeitsbedarf mit Mineralwasser, ist gerade Holunderblütentee eine willkommene Abwechslung. Nicht nur wohlschmeckend, wirkt der Tee – vor allem warm genossen, leicht schweißtreibend und unterstützt so noch den abkühlenden Effekt durch vermehrtes Schwitzen, den warme Getränke im Sommer ohnehin haben. Hier muss dann dafür gesorgt werden, dass die durch das Schwitzen vermehrt verlorengegangene Flüssigkeitsmenge wieder zugeführt wird. Dies ist insbesondere wichtig, da Holunderblüten moderat harntreibend wirken und die Schleimbildung in den Bronchien anregen, ein Aspekt, der Holunderblütentee zum optimalen Erkältungstee bei Sommergrippe macht. Wem Mineralwasser hier zu fad ist, der greift zu Holunderblütensirup.

Sirup aus Holunderblüten zur Getränkeveredelung

Die Blüten des Holunder können Ende Mai bis Juni geerntet werden. Die Blütenstände werden dabei ganz abgeschnitten und an einem schattigen Ort zum Trocknen aufgehängt. Bei der Ernte sollte man sich vor fliegenden Nektarsammlern in Acht nehmen. Nicht nur zur Abwehr von Blitz und Geistern wurde der Holunder in der Nähe von Häusern gepflanzt, auch Biene und Co. ließen sich mit diesem wunderbar ablenken. Nach dem Trocknen werden die Stängel abgeschnitten und die Blüten in dunklen Gläsern aufbewahrt. Möchte man nicht selbst sammeln, bekommt man getrocknete Holunderblüten aber auch in jeder Apotheke und in jedem Reformhaus.

 

Zur Herstellung eines leckeren Holunderblütensirups benötigt man:

 

  1. 30 große Holunderblütendolden
  2. 2 Liter Wasser
  3. 3 kg weißen Zucker
  4. 100 g Zitronensäure (erhältlich in der Apotheke)
  5. 3 Bio-Zitronen, in Scheiben geschnitten

 

Zunächst kocht man das Wasser auf und löst den Zucker in dem noch warmen Wasser auf. Anschließend wird die Zitronensäure hinzugefügt. Die Stängel der Holunderblütendolden schneidet man ganz kurz ab, dann fügt man die Blüten dem Zuckerwasser hinzu und rührt diese gemeinsam mit den Zitronen unter das Zuckerwasser.

Den angesetzten Sud lässt man mindestens 2 Tage an einem dunklen, kühlen Ort stehen und rührt ihn zweimal pro Tag durch. Um den fertigen Sirup abzufüllen, wäscht man die bereitgestellten Glasflaschen mit Schraub- oder Bügelverschluss sehr heiß aus. Dann gießt man den Holunderblütensirup durch ein sehr feines Sieb oder ein Küchentuch und füllt ihn in die Flaschen ab. Kühl und dunkel gelagert hält der Holunderblütensirup einige Wochen.

Mit dem Holunderblütensirup kann man nun seine tägliche Mineralwasserration veredeln und erhält so ein wunderbar sommerlich schmeckendes Getränk mit Wirkung, das jedes getrunkene Glas zum Genuss werden lässt.

Holunderblüten tun Wunder

Durch den hohen Gehalt an Vitamin C erklärt sich die immunstärkende Wirkung des Holunders. Aber nicht nur hier ist Holunderblütensirup ein wahres Powergetränk. In jüngster Zeit wurden die im Holunder enthaltenen N-Phenylpropanoyl-Laminosäureamide entdeckt, die das Anheften des Bakteriums Helicobacter Pylori an die Magenschleimhaut verhindern und so präventiv auf die Entstehung von Magengeschwüren wirken. Des Weiteren führt Holunder zu einer Steigerung der Bronchialsekretion, was zur Linderung von trockenem Husten führt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Wirkstoffe harntreibend, abführend, antioxidativ und leicht entzündungshemmend wirkt.

 

Aber nicht nur innerlich angewandt vollbringen Holunderblüten Wunder. Bei schweren und geschwollenen Beinen eignet sich ein Holunderblütenfußbad wunderbar zur Linderung. Hierzu lässt man sechs große Holunderblütendolden in einem Liter Wasser kurz aufkochen und gießt dieses dann durch ein Sieb ab. Zusammen mit zwei bis drei Litern kaltem Wasser gießt man den Holundersud in ein geeignetes größeres Behältnis und nimmt im lauwarmen Holunderwasser für ca. 15 Minuten ein wohltuendes Fußbad, das die Beine abschwellen lässt.

Holunderblütenvielfalt

Äußerlich angewandt helfen Holunderblüten gegen müde Beine. Trinkt man sie heiß oder kalt, helfen sie nicht nur, den erhöhten täglichen Flüssigkeitsbedarf im Sommer gerne mit leckeren Getränken in Angriff zu nehmen, sondern wirken sich auch positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. So wird jedes Holundergetränk zum schmackhaften Wundergetränk und verschönt uns den Sommer.