Das flüssige Element im Alltag beleuchtet

Schon immer gibt es unzählige Mythen um das Element Wasser. Wenn es sich um Trinkwasser und Flüssigkeitsaufnahme für den Körper handelt, lohnt es sich aber genauer hinzuhören, denn viele der sehr alten Weisheiten und Mythen der letzten Jahrzehnte sind aus heutiger wissenschaftlicher Sicht nur teilweise richtig oder sogar einfach falsch. Immer wieder verbreitet werden aber die folgenden Mythen und Weisheiten über Wasser, die hier aufgeklärt werden sollen.

Mythos oder Fakt?

1.) Beim Essen Finger weg vom Trinken

Über ein Jahrhundert hält sich diese Empfehlung schon, sogar in alten Schulbüchern ist sie zu finden. Die damaligen Wissenschaftler gingen davon aus, dass durch das Trinken von Wasser, Tee, Saft und anderem die Magensäure verdünnt und neutralisiert würde. Sie dachten, dass das ein Grund für Erkrankungen, zum Beispiel für Infektionen, sein könnte. Diese Ansicht ist jedoch seit mehreren Jahrzehnten widerlegt. Niemand muss eine Verdünnung der Magensäure befürchten. Die Kombination von Essen und Trinken ist sogar sinnvoll. Die Flüssigkeit hilft, die relativ konzentrierten Nahrungsbestandteile der Lebensmittel zu verdünnen, damit sie in der Darmschleimhaut keinen Schaden anrichten können. Zudem tragen das Trinkwasser oder andere Getränke zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs bei. Doch es gibt noch weitere Weisheiten und Mythen über Wasser beim Essen.

2.) Kirschen und Trinkwasser passen nicht zusammen

Schon die Urgroßmutter sagte, dass nach dem Essen von frischen Kirschen das Wasserglas stehen bleiben sollte, um Bauchschmerzen zu vermeiden. Unzählige Kinder haben über Generationen diese Weisheit mitbekommen. Gärungsprozesse sind häufig für Magenprobleme verantwortlich. Teilweise sind auf Kirschschalen Hefepilze zu finden, die zu Blähungen führen können. Aber inzwischen weiß man, dass die Magensäure Hefepilze schnell unschädlich machen kann. Steinobst und Trinkwasser passen daher problemlos zueinander.

3.) Arterienverkalkung und Nierensteine entstehen durch erhöhte Wasserhärte

Beim Trinkwasser gibt es unterschiedliche Härtegrade. Hartes Wasser besitzt einen hohen Gehalt an Kalk. Hier finden sich besonders viele Kalzium- und Magnesium-Ionen. Die Thesen, hierdurch Nierensteine oder Arterienverkalkungen hervorzurufen, stammen aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse der Forschung, dass die Gesundheit der Arterien und Nieren nicht durch die Wasserhärte beeinflusst werden kann.

4.) Trinkwasser nie zweimal aufkochen lassen

Dieser Ratschlag ist noch nicht all zu alt und hat teilweise sogar einen Sinn. Chemisch gesehen passiert durch das Aufkochen nichts Schlimmes. Während dem Aufkochen entweichen gelöste Gase, Kohlendioxid und Sauerstoff. Ist das Trinkwasser sehr kalkhaltig, kann man leichte Spuren von Kalk am Boden des Topfes oder Wasserkochers sehen. Diese Vorgänge finden bereits beim ersten Aufkochen statt und wiederholen sich beim erneuten Aufkochen. In Töpfen und Kesseln auf der Platte ist die Häufigkeit des Wasseraufkochens nahezu egal. Werder im Geschmack noch gesundheitlich gibt es Nachteile.

Wer allerdings einen Wasserkocher aus Edelstahl benutzt, und eine Nickelallergie hat, sollte vorsichtig sein. Durch das lange Stehenlassen des Kochwassers im Gerät können Spuren von Nickel an das Trinkwasser abgeben werden. Gefährlicher wird es beim Stehenlassen vom Kochwasser im Kunststoffwasserkocher. Leider verwendet ein Großteil der Hersteller Bisphenol A-haltige Kunststoffe. Diese können sich aus dem Kunststoff lösen und im Trinkwasser auf den Hormonhaushalt des Menschen negativ einwirken. Bei diesem Wassermythos kommt es also auf das Kochgefäß an.

5.) Sauerstoffwasser ist die beste Wahl

Hersteller von Wasser, die Sauerstoff angereichert sind, versprechen, dass Ihre Produkte wahre Power-Elixiere sind. Der Mythos, Mit Sauerstoff angereichertes Wasser ist besser, hat sich vor allem bei Sportlern in den letzten beiden Jahrzehnten hartnäckig gehalten. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass ein „Sauerstofftrinken“ keine wirklichen Vorteile für die körperliche Vitalität und Gesundheit hat. Wenn man die Anatomie und Physiologie der Lunge betrachtet, wird schnell deutlich, dass sie eine vorhandene Überkapazität besitzt. Damit versorgt sie den menschlichen Körper dauernd mit notwendigem Sauerstoff.

Eine Sauerstoffversorgung über Getränke und damit über den Darm erscheint daher unsinnig. Im Hochleistungssport geht es nicht um die ausreichende Zufuhr von Sauerstoff, die im Körper eingeschränkt sein kann. Es geht um eine rein organisch begrenzte Fähigkeit, den Sauerstoff über die roten Blutkörperchen in die einzelnen Zellen im Muskel zu bringen. Hier würde ein mehr an Sauerstoff über die Flüssigkeitszufuhr daher gar keine Vorteile für die körperliche Leistung bringen. Sauerstoffwasser ist damit eher ein Vorteil für die Geldbeutel der Hersteller, als für die Käufer.

 

Zusammenfassend kann man also sagen, dass viele Mythen und Weisheiten über das Wasser falsch oder nur teilweise richtig sind.

 

 

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