In Deutschland gibt es über 530 unterschiedliche Mineral- und Heilwässer. Häufig entscheidet der Anlass des Trinkens oder der persönliche Geschmack darüber, ob Menschen eher zu Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure greifen. Doch es gibt auch gesundheitliche Dispositionen, bei denen man auf kohlensäurehaltiges Mineralwasser lieber verzichten sollte.

Medium-Sprudel als Liebling der Nation

In Flaschen abgefülltes Mineralwasser erlangte im letzten Jahrhundert einen wahren Siegeszug. Zunächst gab es nur die stillen Typen und solche, bei denen es mächtig im Glas sprudelte. Irgendwann kam das Medium-Mineralwasser hinzu, das sich in den letzten Jahrzehnten in Deutschland äußerster Beliebtheit erfreut. Mit einem über 40%igen Marktanteil an den Gesamtwasserabsätzen, nimmt das Mineralwasser mit wenig Kohlensäure (H₂CO₃) den Spitzenplatz in den letzten Jahren ein. Durchschnittlich hat jeder Deutsche rund 148 Liter Mineralwasser im Jahre 2016 getrunken. Kohlensäurehaltige Wässer insgesamt liegen im Verbrauch weit vorne. Nur jeder zehnte Verbraucher bevorzugte im letzten Jahr das stille Mineralwasser.

Kohlensäure – ein Knochenfeind oder nicht?

Es gibt öfters gesundheitliche Warnungen zur Kohlensäure in Mineralwässern. Man verdächtigt H₂CO₃, eine schädigende Wirkung auf die Knochen zu haben. Doch dies ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen und kann sogar widerlegt werden. Eine natürliche Kohlensäure basiert auf Kohlendioxid vulkanischen Ursprungs und liegt im Wasser nur in gelöster Form vor. Durch den unterschiedlichen Gehalt an Kohlensäure und an Mineralstoffen schmeckt jedes Wasser ein wenig anders. In den Knochen wird der Mineralstoff Kalzium gespeichert. Er dient zur Festigkeit der Knochen. In einem chemischen Versuch könnte dieser Mineralstoff in der Tat durch organische und anorganische Säuren geschädigt werden. Im Körper schaut es allerdings anders als im Reagenzglas aus. Über das Trinken des Mineralwassers gelangt Kohlensäure in den Stoffwechsel, aber nicht direkt in die Knochen. Zudem liegt die Kohlensäure im Mineralwasser gelöst vor. Daher sind beim Genuss von kohlensäurehaltigen Mineralwässern keinerlei Komplikationen hinsichtlich des Knochenkalziums zu erwarten.

Vorsicht bei einem empfindlichen Magen

Einige Menschen sollten aber dennoch ihrer Gesundheit zu Liebe lieber Wasser ohne Kohlensäure trinken. Wer einen empfindlichen Magen hat, ist mit stillem Mineralwasser oder Leitungswasser deutlich besser bedient. Die im sprudelnden Mineralwasser enthaltene H₂CO₃ regt die Magensaftbildung an. Zudem fördert die im Wasser enthaltene Kohlensäure den Verdauungsvorgang im Körper. Wie viel Kohlensäure vertragen wird ist individuell sehr unterschiedlich. Manchmal reicht bei gelegentlicher Magenempfindlichkeit auch nur ein Wechsel von Mineralwasser mit klassischer Kohlensäure zu einem Medium-Wasser. Mit einem gesunden Magen können kohlsäurehaltige Mineralwässer ganz beruhigt getrunken werden.

Milder Schorlen-Tipp:

Mischt man Medium-Mineralwasser mit säurearmen Fruchtsäften, beansprucht man einen empfindlicher Magen noch weniger. Zudem ist die Fruchtschorle ein leicht prickelnder, erfrischender Genuss bei der Arbeit, beim Sport und zu Hause.