Im Durchschnitt werden in Deutschland pro Kopf 0,41 Liter Bohnenkaffee am Tag konsumiert. Im Jahr verbraucht der durchschnittliche erwachsene Bundesbürger 6,4 kg Kaffee. Hochgerechnet auf das Leben würden sich daraus unglaubliche 77.000 Tassen des beliebten Heißgetränks ergeben. Kennen Sie auch die Regel „zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser trinken“? Grundsätzlich ist das eine gute Idee, aber unbedingt notwendig ist es nicht, denn diese Empfehlung beruht auf veralteten Studienergebnissen.

Kaffee – Geschmack trifft Koffein und Wasser

Der Geschmack eines Kaffees oder Kaffeegetränks ist mit keinem anderen Heißgetränk vergleichbar. Auch der Geruch von Kaffee ist einmalig und ruft bei den meisten Menschen positive Assoziationen hervor. Im Grunde genommen besteht Kaffee aus heißem Wasser, das durch das Aufbrühen der gemahlenen Kaffeebohnen ein arttypisches Aroma entfaltet. So besteht Kaffee nahezu ausschließlich aus Wasser und kann auch mit in den Flüssigkeitsbedarf eingerechnet werden. Das enthaltene Koffein wurde lange für eine erhöhte Wasserausscheidung verantwortlich gemacht. Doch ganz so pauschal ist dies nicht richtig.

Koffeinmärchen, Wasser- und Natriumfakten

Das im Kaffee enthaltene Koffein besitzt eine harntreibende Wirkungsweise. Allerdings haben hier die Frequenz des Kaffeetrinkens und auch die Koffeinmenge einen Einfluss. Wer selten Kaffee trinkt, wird den harntreibenden Effekt größer spüren, als Menschen mit einem regelmäßigen Konsum des beliebten Heißgetränks. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, bringt seinen Flüssigkeitshaushalt im Laufe eines Tages wieder ins Gleichgewicht. Ist die Koffeinmenge höher, kommt es neben einer vermehrten Ausscheidung von Wasser zusätzlich auch zu einer erhöhten Natriumausscheidung. Doch auch diese Ausscheidungen werden bei regelmäßigem Genuss von Kaffee durch Kompensationsmechanismen im Organismus wieder ausgeglichen. Somit bleiben bei regelmäßigen Kaffeetrinkern die Effekte des Koffeins hinsichtlich Wasser- und Salzverluste vergleichsweise gering.

Kaffee ist kein Durstlöscher

Auch wenn das beliebte dunkle Heißgetränk mit zur empfohlenen Flüssigkeitszufuhr, von mindestens 1,5 Liter am Tag, angerechnet werden kann, so sollte es nicht als Durstlöscher verwendet werden. Hier bieten sich Mineral- und Leitungswasser, Fruchtsaftschorlen sowie Kräuter- und Früchtetees an. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft einen Genuss von maximal vier Tassen Kaffee am Tag für gesundheitlich gut vertretbar ein. Man erreicht bei vier Tassen einen Koffeingehalt von etwa 350 mg. Risikogruppen, wie Kranke, Schwangere oder stillende Frauen sollten ihren Koffeinkonsum allerdings einschränken und vorsichtshalber mit ihrem Arzt besprechen.

Unterschiede in der Wirkungsweise

Die Wirkungsweise von Wasser und Kaffee, auf den Flüssigkeitshaushalt des menschlichen Körpers bezogen, zeigt gar keine so großen Unterschiede, wie häufig vermutet. Wer pures Wasser trinkt, scheidet hiervon wieder bis zu 81 % im Laufe des Tages aus. Wer dagegen Kaffee konsumiert, scheidet letztendlich bis zu 84 % der Flüssigkeit innerhalb von 24 Stunden wieder aus. Auch wenn Koffein um bis zu 3 % die Filterfunktion in den Nieren mehr erhöht, und somit mehr Urin bildet, so ist dieser Effekt zum einen gering und zum anderen auch nur kurzfristig. Auch Krankheiten, die Einnahme von Medikamenten und allein das Alter können die Wirkungsweise des Koffeins mit beeinflussen.

Ein Tipp für die Gesundheit:

Nutzen Sie das Heißgetränk als Genussmittel und Mineral- und Leitungswasser als Durstlöscher. Es enthält als Vitalitätsplus wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere Polyphenole. Ein begrenzter Genuss ist wegen dem Koffeeingehalt trotzdem von Vorteil.