Bei Antidepressiva handelt es sich um eine Klasse von chemisch unterschiedlichen Medikamenten, die zur Behandlung von depressiven Störungen, Angststörungen, Zwangserkrankungen und chronischen Schmerzen eingesetzt werden und sehr unterschiedliche Wirkprofile aufweisen. Ihre Wirkung beruht auf einer Stimmungsaufhellung und Antriebssteigerung, mit der auch ein Abklingen der körperlichen Depressionssymptome einhergeht. Es besteht grundsätzlich kein Abhängigkeitspotential.

 

Sie werden unterteilt in klassische trizyklische Antidepressiva, tetrazyklische und modifizierte trizyklische Antidepressiva, serotoninselektive Rückaufnahmeinhibitoren (SSRI), noradrenalinselektive Rückaufnahmeinhibitoren (NARI), duale serotonin-noradrenalinselektive Antidepressiva, irreversible (nicht selektive) und reversible, (selektive) Monoaminoxidase-Hemmer, atypische Antidepressiva und pflanzliche Antidepressiva.

 

Gerade die Medikation älterer Menschen in Einrichtungen mit Antidepressiva geht mit besonderen Risiken einher, u.a. mit einem erhöhten Risiko von Altersverwirrtheit, da diese in dem durch die oft starke Sedierung hervorgerufenen Dämmerzustand noch weniger dazu in der Lage sind, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten – mangelnde Flüssigkeitszufuhr ist verantwortlich für bis zu 50 % des Abbaus der geistigen und körperlichen Fähigkeiten. Daher sollte bei einer Medikation mit Antidepressiva im Besonderen auf regelmäßiges Trinken geachtet werden.