Gerade in Zeiten des Corona-Lockdowns haben viele pflegebedürftige Menschen nicht nur mit Einsamkeit und Isolation zu kämpfen, sondern auch mit den körperlichen Folgen der notwendigen Schutzmaßnahmen und dadurch mit der stark eingeschränkten Mobilität. Hier ist es wichtig, Körper und Psyche gleichermaßen zu stärken. Regelmäßiges und ausreichendes Trinken kann hier ein erster Schritt zu mehr Wohlbefinden und eine stabilere Gesundheit sein.

Gesundheitsaspekt Psyche

Die Psyche stärkt man am besten durch möglichst regelmäßige Kontakte zu Freunden und Angehörigen, beispielsweise in Form von regelmäßigen Telefonaten oder Videochats. Aber auch regelmäßiges und ausreichendes Trinken stärkt die psychischen Funktionen und sorgt für mehr Ausgeglichenheit und emotionale Stabilität, was gerade für pflegebedürftige und bettlägrige Menschen besonders wichtig ist.

Die Haut als Spiegel der Seele

Doch genauso wichtig ist es während des Social Distancing, auf einen guten körperlichen Zustand zu achten. Gerade bei pflegebedürftigen Menschen leidet besonders die Haut unter Mobilisierung und Bewegung. Es darf kein Besuch mehr kommen, ambulante Pflegekräfte können zum Schutz des Patienten nur eingeschränkt tätig werden. In der Pflegeeinrichtung darf das Zimmer vielleicht nicht mehr verlassen werden. Die Zeiten, in denen der Patient im Sessel sitzt oder im Bett liegt, nehmen zu. Und damit auch die Beanspruchung der Haut. Diese neigt gerade bei älteren und pflegebedürftigen Menschen zur Bildung von Druckstellen oder Dekubiti.

Sind diese erst einmal entstanden, ist ihre Pflege sehr aufwendig, ein Ausheilen oft nicht mehr möglich. Um diesen Teufelskreis aus Immobilität, Hautschäden und darauf folgender vermehrter Pflegebedürftigkeit und Einschränkung erst gar nicht in Gang kommen zu lassen, kann beispielsweise ein gesundes Trinkverhalten eine gute Maßnahme zur Vorbeugung sein und auch bei bereits bestehenden Hautschäden zur Regeneration beitragen.

 

Wasser – die Hautpflege von innen

Wasser gilt als „Lebenselixier“ schlechthin, was der Tatsache geschuldet ist, das der menschliche Körper zu etwa 70% aus Wasser besteht. Die Flüssigkeitsaufnahme durch regelmäßiges Trinken ist daher unerlässlich, um die körperliche Gesundheit zu gewährleisten und damit auch die der Haut, welche mit ihren knapp zwei Quadratmetern und ihren nahezu zwei Kilogramm das größte Organ des menschlichen Körpers ist.

Die Haut selbst besteht zu ca. 80% aus Wasser, enthält damit ungefähr ein Drittel der körpereigenen Wasseranteils. Mit ihren drei Schichten Epidermis, Dermis und Subcutis schützt die Haut den Köper vor Umwelteinflüssen, aber auch vor zu großem Wasser- und Wärmeverlust. Auch gehört sie mit ihrem Säureschutzmantel zu einer der ersten Barrieren des körpereigenen Immunsystems gegen Krankheitserreger.

Zudem ist die Haut Sinnesorgan für Druck sowie Vibration, Schmerz und Temperatur. Um all diese Funktionen aufrecht zu erhalten, benötigt die Haut eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Wasser, welches zudem als Transportmittel und Lösungsmittel für die Vitalstoffe dient. Hierzu sollte eine tägliche Mindestmenge von 1,5 Litern Flüssigkeit zugeführt werden, und dies vorzugsweise in Form von Wasser, welches nicht nur natürlicher Bestandteil des Körpers ist, sondern auch optimales Lösungsmittel für die benötigten Nährstoffe.

Risiko: Immobilität

Gerade für Menschen mit krankheits- oder altersbedingt eingeschränkter Mobilität ist eine ganzheitliche Hautpflege notwendig. Derart eingeschränkte Menschen verbringen überdurchschnittlich viel Zeit im Liegen oder Sitzen. Das führt zu Schäden der Haut, meist an empfindlichen Stellen. Besteht zudem noch eine Inkontinenzproblematik, erhöht sich das Risiko für wunde und offenen Stellen nochmals. Schäden entstehen hier einerseits durch direkte Deformation der Haut und den daraus unmittelbar entstehenden Zelltod, aber auch durch verminderte Durchblutung und Lymphabfluss durch Kompression, was wiederum eine Ischämie des Gewebes und Entzündungen führen kann.

Die Dekubiti entstehen vorwiegend an Stellen, an denen die Knochen nahe der Hautoberfläche liegen, z.B. an Ellbogen, Ferse, Gesäß, Knöchel oder Rücken. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, ist eine Reihe von Maßnahme notwendig. Sie können regelmäßig angewandt, gute prophylaktische Dienste leisten. Damit kann man bei bereits vorhandenen Schäden für eine Rückgang von ihnen sorgen.

 

Pflege, die von innen wirkt – Gutes für die Haut

Neben der Druckentlastung der besonders empfindlichen Körperregionen durch Mobilisation und Lagerung, das Gewährleisten eines trockenen Hautklimas durch das regelmäßige Wechseln von Inkontinenzeinlagen, für ein entsprechendes Klima sorgender Wäsche und Bettwäsche sowie die Pflege der Haut mit geeigneten Waschzusätzen und Pflegemitteln ist eine ausreichende Versorgung der Haut mit Nährstoffen und Wasser unabdingbar, um eine teilweise nicht mehr behebbare Schädigung der Haut zu verhindern und bei bestehender Schädigung die Wundheilung zu unterstützen. Besonders wichtig sind hochwertige Fette, Vitamine, hier besonders B-Komplex, C, K, A und E. Aber auch Mineralien wie Calcium, Chlor, Eisen, Kalium, Natrium, Phosphor, Selen und  Zink:

Führ man den Patienten ausreichend Flüssigkeit in Form von Mineralwasser zu, sind diese Mineralien teilweise schon enthalten. Zudem ist Wasser optimales Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe, welche so in gelöster Form gleich an ihren Bestimmungsort verbracht werden. Alternativen hierzu sind auch Fruchtsaftschorlen. Diese verbessern durch ihren Geschmack die Compliance, was die Aufnahme von Flüssigkeit betrifft. Auch sind sie schon mit Nährstoffen und Vitaminen angereichert.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr – Gute Durchblutung

Durch die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme bleibt die Haut auch ausreichend gepolstert und elastisch, ist somit widerstandsfähiger gegenüber Beanspruchungen. Aber nicht nur die Flüssigkeitsdepots in den Zellen selbst bleiben aufgefüllt, auch die Fließeigenschaft des Blutes wird bei einer ausreichenden Trinkmenge von 15 – 2 Litern pro Tag verbessert, was wiederum eine bessere Gewebedurchblutung ermöglicht. Gut durchblutetes Gewebe ist besser geschützt vor der Entstehung von Druckgeschwüren. Ein besonderes Augenmerk auf die Trinkmenge sollte man bei Patienten mit bereits entzündeten Druckgeschwüren und daraus resultierendem Fieber haben, da diese aufgrund er erhöhten Körpertemperatur mehr Flüssigkeit verlieren, die substituiert werden muss.

 

Der Alltag als pflegebedürftiger Mensch lässt sich viel besser bewältigen, wenn man mit einem dickem Fell gewappnet ist. Vor allem, wenn er wie gerade durch die Coronapandemie um so vieles beschwerlicher ist. Trinkt man ausreichend und regelmäßig, fühlt man sich nicht nur wohler in seiner Haut, sondern unterstützt diese auch aktiv. Gesunde und widerstandsfähige Haut muss ausreichend mit Flüssigkeit versorgt sein, um ihre Schutzfunktion erfüllen zu können. Ist die Flüssigkeitszufuhr optimal und werden auch pflegerische Aspekte ausreichend berücksichtigt, kann der Alltag beschwerdenfrei bewältigt werden.