Wasser nimmt bei vielerlei Vorgängen im menschlichen Körper einen wichtigen Stellenplatz ein. Es ist zuständig für den Transport von Nährstoffen in die Körperzellen, aber auch für die Entsorgung von Abfallstoffen aus dem Körper. Ist die Versorgung der Wasserzufuhr gestört, so können sich diverse Krankheitsbilder, auch chronische Erkrankungen, entwickeln.

Chronische Erkrankungen mit Dehydration als Begleiter

Herzerkrankungen
Fettleibigkeit
Diabetes
rheumatoide Arthritis
Magengeschwüre
Bluthochdruck
Multiple Sklerose
Alzheimer sowie
Krebs und andere chronische Krankheiten

Die Zellaktivitäten werden deutlich eingeschränkt, wenn die Versorgung aus dem Gleichgewicht gerät. Die Körperzellen sind auf eine ausreichende Wasserzufuhr angewiesen. Normalerweise befindet sich mehr Wasser innerhalb der Zelle als außerhalb. Ist der Körper dehydriert, können die Zellen 28 Prozent und mehr ihrer Wassermenge verlieren. Dadurch wird die gesamte Zellaktivität erheblich reduziert – ganz gleich, ob es sich um Haut-, Magen-, Leber-, Nieren-, Herz- oder Gehirnzellen handelt. Bei einer zellulären Dehydration können die Abfallstoffe grundsätzlich nicht mehr richtig entsorgt werden. Das führt zu unterschiedlichen Symptomen, die Indikatoren eines gestörten Wasserhaushalts sind.

Bei einer bestehenden Zelldehydration sammelt der Körper immer mehr extrazelluläres Wasser an, um die anfallenden Säuren und Toxine zu neutralisieren, bzw. in Lösung zu halten, damit sie den Organen keinen Schaden zufügen können. Bemerkbar macht sich dieser Zustand beim Betroffenen durch Wasseransammlungen in den Beinen, Füssen, Armen und/oder im Gesicht. Auch die Nieren können Wasser zurückhalten, was sich durch verringertes Wasserlassen bemerkbar macht. Neben dem Wasser werden allerdings auch die darin enthaltenen Giftstoffe zurückgehalten.

Dehydration und Schmerzen

Auch stehen Dehydration und Schmerz in engem Zusammenhang. Das Gehirn antwortet auf einen wachsenden Wassermangel durch die Aktivierung des Neurotransmitters Histamin. Das Histamin weist dann bestimmte untergeordnete Wasserregulationsmechanismen an, die im Umlauf befindliche Wassermenge umzuverteilen. Wenn sich das Histamin und die anderen Regulatoren dabei über Schmerz registrierende Nervenbahnen bewegen, können diese starke und fortdauernde Schmerzen auslösen.

Diese Schmerzsignale können sich dann unter anderem als folgende Beschwerden äußern:

Rheumatoide Arthritis
Verdauungsstörung
Probleme im unteren Rücken
Fibromyalgie
Neuralgie
Migräne
Schuppenflechte

Mit den Schmerzen wird der Betroffene darauf hingewiesen, dass eine Dehydration vorliegt und er diese unbedingt beseitigen sollte. Schmerz entsteht durch Blockaden. Schmerz ist immer ein Zeichen von Widerstand. Dieser Widerstand kann entweder durch eine körperliche Blockade, wie Verstopfung oder Lymphstau, entstehen. Diese Blockaden müssen erkannt und aufgelöst werden.

Endorphine als körpereigenes Schmerzmittel

Durch die Schmerzerfahrung werden körpereigene Substanzen, die so genannten Endorphine ausgeschüttet, die als natürliche Schmerzmittel wirken. Selbstverständlich kann es in Ausnahmefällen notwendig sein, kurzfristig zu Schmerzmitteln zu greifen – insbesondere dann, wenn die Schmerzen unerträglich sind. Gleichzeitig sollte jedoch der Dehydration der Zellen entgegen gewirkt werden.

Viele Patienten die an rheumatoider Arthritis, MS oder anderen degenerativen Erkrankungen leiden, werden medikamentös auf Cortison eingestellt. Häufig führt diese Behandlung zu einer Energiesteigerung im Körper – allerdings nur für einen kurzen Zeitraum. Der Anstieg des Energiepegels durch Cortison hält nämlich nur so lange an, wie der Körper in der Lage ist, noch vorhandene Energie- und Vitalstoffreserven anzuzapfen. Hat der Körper seine Energievorräte aufgebraucht, sinkt der Energiespiegel immer weiter ab und die Krankheitssymptome verschlimmern sich erheblich.

Chronische Erkrankungen: Verengung der Blutgefäße durch Dehydration

Auch die Verengung der Blutgefäße passiert durch Wassermangel. Sind die Körperzellen nicht ausreichend mit Wasser versorgt, produziert die Hypophyse den Neurotransmitter Vasopressin. Dieses Hormon hat die Fähigkeit Blutgefäße zu verengen, sobald es in bestimmten Bereichen zu Wassermangel kommt. Während der Dehydration verengt Vasopressin die Arterien und Kapillaren, um ihr Flüssigkeitsvolumen zu vermindern. Das ist erforderlich, damit das Kreislaufsystem weiterhin über einen ausreichenden Druck verfügt und somit ein konstanter Wasserstrom in die Zellen gelangen kann.

Bluthochdruck tritt häufig bei Menschen auf, die dehydriert sind. Ähnliches passiert in den Gallengängen der Leber. Diese ziehen sich aufgrund des Wassermangels zusammen. Die Bildung von Gallensteinen ist eine direkte Folge der Dehydration.

Das Renin-Angiotensin (RA)-System wird aktiviert, sobald es zu Wassermangel im Körper kommt. Dieses System weist den Körper an, dort wo es möglich ist, Wasser zurückzuhalten. Es beeinflusst die Nierentätigkeit und verengt die Kapillaren besonders in den Gebieten, die nicht so lebensnotwendig wie das Gehirn und der Herzmuskel sind. Gleichzeitig sorgt das RA-System für eine höhere Natriumaufnahme. Der erhöhte Natriumgehalt hilft dem Körper, Wasser zurückzuhalten. Solange der Körper nicht wieder über eine ausreichende Menge an Wasser verfügt, bleibt dieses System aktiv. Das bedeutet allerdings auch gleichzeitig, dass der Blutdruck, der auf den Gefäßwänden lastet, außergewöhnlich hoch ist und er auf diese Weise zu verschiedenen Herzerkrankungen beitragen kann. Der hohe Blutdruck und die eingeschränkte Nierenfunktion können letztlich zu Nierenschäden führen.

Nierenschäden aufgrund von Dehydration

Die Nieren sorgen dafür, dass Abfallprodukte und überschüssige Flüssigkeit ausgeschieden werden. Außerdem halten sie das wichtige Gleichgewicht zwischen Salz, Kalium und Säuren. Die Nieren erzeugen ein Hormon, Erythropoetin (EPO), das die Produktion der roten Blutzellen anregt. Andere von der Niere gebildete Hormone helfen dabei, den Blutdruck und den Calciumhaushalt aufrecht zu erhalten. Die Nieren synthetisieren zudem Hormone, die das Gewebewachstum kontrollieren. Werden die Nieren geschädigt, werden somit automatisch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen.

Kristalle und Steine bilden sich in den Nieren, wenn Bestandteile des Urins, die normalerweise in Lösung vorliegen, ausfallen. Diese Ausfällung geschieht, wenn der Urin zu konzentriert ist oder wenn diese Teilchen in zu großer Menge auftreten. Die Kristalle oder Steine haben im Allgemeinen scharfe Kanten, die dann zu Verletzungen des Harnleiters führen können. Hierbei entstehen häufig starken Schmerzen in der Leistengegend oder im unteren Rücken.

Die meisten Steine bilden sich zwar in den Nieren jedoch  können sich einige aber auch in der Blase bilden. Große Stein, die in einen der Harnleiter eindringen, behindern die Urinausscheidung. Das kann zu ernsthaften Komplikationen, wie Nierenentzündung oder Nierenversagen führen.

Durch die Verarbeitung der Purine entsteht im Körper Harnsäure, die an die Nieren weitergeleitet und mit dem Urin ausgeschieden wird. Sind die Nieren nicht in der Lage, die gesamte Harnsäure zu entsorgen, wird sie zuerst in jenen Körperteilen abgelagert, die am schlechtesten durchblutet sind, wie z. B. den Zehen und Fingern. Dadurch können die Gelenke steif und unbeweglich werden.

 

Zusammenfassend kann man also sagen, dass eine konsequente Hydration und somit das regelmäßige und ausreichende Trinken unglaublich wichtig ist, um chronische Erkrankungen vorzubeugen.